ATELEA-VERLAG0
0
00
Stadt zur Zeit Jesu

Bianka, Nicole, Antje, Markus, Marco, Heiko, Alexander und Nadin:
    Wir haben die Stadt gebaut  
 

Jutta L. ist seit einem Jahr Lehrerin an einer Gesamtschule im Oberhessischen.  Etwa 700 Schüler aus aus zehn Dörfern besuchen die Klassen 7 bis 10. Jutta L. unterrichtet  sie in Mathematik, Geschichte und Religion.
Als Jutta L. von dem Projekt "Komm wir bauen eine Stadt zur Zeit Jesu!" hörte, war ihr Interesse geweckt. Ständig auf der Suche nach Ideen, Anregungen und Materialien für ihren Religionsunterricht, wußte sie sofort, das würde ihren Schülerinnen und Schülern Spaß machen.
Darüber hinaus erhoffte sie sich von der gemeinsamen Arbeit, dem Malen, Ausschneiden, Zusammenbauen und Konstruieren Möglichkeiten, die Kinder für Fragen und Probleme der Umwelt Jesu zu motivieren.
Nachdem sie die Idee mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 6a besprochen hatte, bestellte sie einen Bausatz und die Arbeit konnte beginnen. Inzwischen sind fast zwei Monate Vergangen. Die Stadt ist fertig gestellt und stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihr Werk am "Tag der offenen Tür".
Die größte Schwierigkeit, vor der wir am Anfang standen, erzählt die Religionslehrerin, war, dass wir keine Vorstellung hatten, wie groß die Stadt werden würde und wie wir die Arbeit an ihr planen sollten. Aber dann haben wir einfach angefangen.

Wenn ich noch einmal mit einer Klasse die Stadtbaue, dann wäre es vielleicht gut, jeweils eine starke Pappe in der Größe des jeweiligen Kartons zu schneiden, auf der die Schüler die Häuser,Bäume, Pflanzen und Figuren ihres Stadtteil aufkleben könnten. Diese Pappen kann man dann am Ende der Stunde in den jeweiligen Karton legen und so alles bis zum nächsten Mal gut verwahrt aufheben.
Man darf nicht vergessen, die "Lage" des jeweiligen Kartons im Stadtplan genau zu markieren. Am Anfang gab es bei uns  bei jedem Aufbau ein fürchterliches Durcheinander, weil wir uns nicht einigen konnten, welcher Karton wohin gehörte. Die Schülerinnen und Schüler haben von Anfang bis Ende mit großer Begeisterung an der Stadt gearbeitet. Die meisten Informationen mußte ich nicht von mir aus anbieten, sondern die Kinder habe sie von sich aus erfragt. So wollten sie unbedingt mehr Informationen über das "Zusammenleben" von Römern und Juden zur Zeit Jesu.
Schon beim Bemalen der einzelnen Figuren und beim "Bauen" der Häuser wurde klar, dass hier zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander getroffen waren und welche Machtstrukturen das Leben der Menschen bestimmten. Das Viertel der Wohlhabenden und Einflussreichen haben wir unmittelbar an den Römerbereich angrenzen lassen. So wurde deutlich, wer mit wem paktierte. Die Nomaden dagegen waren am weitesten vom Einflussbereich der Römer entfernt und wohl auch am "freiste". Ebenso die "armen" und "kleinen" Leute. In der Innenstadt, im Marktbereich, beschränkte sich der römische Einfluss auf eine Patrouille, die wir zwischen den Verkaufsständen herumlaufen ließe.

 


 

 

 

 

 

Als ich die Bastelbögen zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich, das schaffen sie nie. Aber da hatte ich meine Kinder unterschätzt. Plötzlich gab es da "Experten", die sich bis dahin im Religionsunterricht kaum hervorgetan hatten. Markus zum Beispiel konnte nach kurzem Überlegen auch den Schwierigsten Bauplan erklären. Heiko wurde unser Fachmann für all unlösbar scheinenden Falt-, Schneid- und Klebeprobleme. Immer wenn ein Schüler aufgeben wollte, schaffte es Heiko noch, den kleinsten Torbogen, den verzwicktesten Anbau zusammenzusetzen und an die richtige Stelle zu platzieren.

Als dann die ersten Häuser Zelte und Burgmauern fertig waren, hatten wir ein ganz neues Problem. Wohin mit den Sachen bis zur nächsten Religionsstunde. Große Kartons mußten her, um all die kleinen Kunstwerke aufzunehmen. Und diese Kartons sollten ja auch den Untergrund für die entstehende Stadt bilden. Wir haben dann angefangen, die Kartons mit braunem Packpapier zu bekleben und aus unterschiedlich großen Kartons die "Landschaft" zusammenzustellen, die wir für die Stadt benötigten. Die Grundfläche muss etwa 2 m mal 2 m groß sein. Wir haben dann jeweils  sechs Tische zusammen geschoben und mit dem größten Karton begonnen, der unser "Burgberg" war. Der Burg zu Füßen lagen dann die Villen der reichen und Vornehmen, die Häuser der Händler  und Handwerker, das Marktviertel mit der Synagoge und etwas abseits entstand das Nomadenlager. 


Der Marktplatz mit Brunnen und römischen Amtsgebäude
 

 


                                                                                                                                                                                         

 

 

 

 

                                                                                              

 



Atelea-Verlag - Dr. Horst Heinemann    - horst.heinemann@gmx.net - Tel.: 0561817823 - Fax: 0321121020144